New Orleans, Anfang der 20er Jahre. Ein Jazzmusiker wird zu Grabe getragen.
Seinen letzten Weg begleitet eine Marching Band mit schleppenden Hymnen. Just A Closer Walk With Thee. Melancholisch, aber nicht hoffnungslos
traurig, beruhigen und trösten die Gesänge die Trauergäste. I'll Fly Away.
Sie hören diese Gebete, die die gute Seite des Toten besingen - schließlich
geht es darum, dass seine (vermutlich sündige) Seele Einlass in den Himmel
finde ... John The Revelator. Der Tote wird beerdigt, die sterblichen Reste verschwinden in der Krypta. Is There Anybody Here That Loves My Jesus. Ein letzter Blick. Wir vergessen dich nicht.
Der Rückweg fühlt sich unbekümmerter an: Die Seele ist befreit. When The
Saints Go Marching In. Schwungvoller Jazz führt ins Leben zurück. Down By
The Riverside. Die Musiker feiern die weltliche Seite des Toten, sein
schlechtes Leben. Didn't He Ramble?.
Heute werden J.F.s in unaufhaltsamer Serie für die Touristen in New Orleans
inszeniert. Immer wieder spielen die Jazzmusiker die gleichen alten Tunes.
Stirbt dann einer von ihnen, hat wahrscheinlich keiner der Kollegen mehr
Lust, ein traditionelles J.F. zu veranstalten. Und auch der Tote würde sich
wohl im Grabe herumdrehen...
Amen!